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Seit 30.09.2002

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Nach einigen Jahren Beobachtung mit meinem Meade-Dobson und den Erfahrungen beim 6-Zoll-Teleskopbau
in der Sternwarte Paderborn wollte ich eigentlich "Etwas Größeres" für mich selbst in Angriff nehmen.
So ca. 14 Zoll müssten noch gut transportabel sein.
Allerdings folge ich dem Rat vieler Weisen, zunächst einen kleineren Spiegel
zu schleifen.
Dazu suchte ich als Tool noch eine Glasscheibe, die billiger ist, als der Spiegelrohling.
Unsere örtlichen Glasbetriebe liefern 19mm, 8 Zoll ab ca 70 Euro, in 24mm 120 Euro aufwärts !!
Zu teuer!
Martin Trittelvitz hatte noch einen als Spiegel unbrauchbaren Rohling, den ich günstig erwarb und prima nutzen konnte.
Herzlichen Dank an ihn.
Nun konnte es bald losgehen.

Die Spiegelherstellung:
Anfang Januar 2003 kam von Stathis die Rohteile-Lieferung für den 8-Zoll Spiegel bei meinem Freund Rainer an (Spiegelrohling, Schleif- und Poliermittel). Nachdem ich alles dort abgeholt hatte, wurde es in meiner Wohnung vorübergehend etwas lauter:
Karbo 80: 12.01.2003 - 19.01.2003
Der Rohling aus Borosilikat-Glas war glasklar, man hätte auch einen Refraktor in Angriff nehmen können, aber das hielt nicht lange an. Nach wenigen Minuten war es vorbei mit der Durchsicht. Knirschend wurde die Oberfläche rauh. Immer schön "Mirror on Top" (MOT) mit reichlich Überhang sollte die Mitte ausgehöhlt werden. Gleichzeitig musste das Tool, das in der Mitte
eine Vertiefung hatte, die Außenwölbung bekommen.
Nach ca. 9 Stunden inclusive reichlicher Brennweitenbestimmung mit der Taschenlampe war bei einem
Krümmungsradius von 3,90m Schluss. Der feuchte Spiegel zeigte außen einen erhöhten Randbereich, der aber nicht so richtig wegzubekommen war. Tool on Top (TOT) brachte auch nicht viel. Der Krümmungsradius verlängerte sich aber auf 4,08 m Also wechselte ich zu ...
Karbo 180: 19.01.2003 - 24.01.2003
Hierbei verschwand auch Dank oftmaligem TOT der Rand recht zügig. Das Weghobeln der Spuren des Karbo 80 nutzte ich duch gezielten Wechsel von TOT und MOT, um die Brennweite bei ca. 2 m zu halten.
Karbo 320: 25.01.2003 - 27.01.2003
Die Oberfläche wird seidenweich, am 27 ist nichts mehr von den Spuren von Karbo 180 zu sehen.
Leider schlugen beim Abheben des Spiegels einmal die Kanten aufeinander. Die Macke habe ich später noch entfernt, um Glassplitter beim Polieren zu vermeiden. Irgendwann war dann die Zeit reif für den Einsatz von ...
Mikrogrit 15µ: 27.01.2003 - 08.02.2003
Die Bearbeitung mit dem Mikrogrit 15µ ist abgeschlossen ,und die Kante auch inzwischen von losen Glas-Splittern in zwei Stufen befreit worden. Einige Bruchlinien scheinen tiefer ins Glas zu reichen.
Die Bruchstelle habe ich mit einem Stück Feinsteinzeug-Fliese als Tool und Mikrogrit 15µ bearbeitet, was sehr gut funktionierte.
Mikrogrit 9µ: 08.02.2003 - 13.02.2003
Die Veränderungen, die mit dem Mikrogrit 9µ erfolgen, sind kaum noch zu sehen. Aber die Reflektion beim flach gegen eine Lichtquelle gehaltenen Spiegel wird immer besser. Die Kontrolle von verbliebenen Pits findet im Grenzbereich der Vergrößerung des Stereomikroskops statt, dass mir mein Freund Hubert auslieh. Was würde ich ohne dieses Gerät machen?
Die Politur:
Die Herstellung der Pechhaut kann auf verschieden Arten erfolgen. Auf Empfehlung meines Freundes Rainer entschloss ich mich, auf die Variante des direkten Zurechtschneidens des Pechs mit dem Lötkolben zu verzichten, und stattdessen das Pech in eine Silikonmatte zu gießen. Die Silikonmatte muss dafür natürlich auch noch hergestellt werden.
Dafür benötige ich eine Gipsform, die die Form der zukünftigen Pechhaut hat.
Ich goss sie mit diesem Hilfsmittel: (Bild rechts)
Der Untergrund ist eine Fliese, die weißen Streifen Kunststoff-Dichtband, der Ring stammt von einem alten Eimerchen. Ich hoffe mit Schuh-Imprägnierspray als Trennmittel bekomme ich es nach dem Gießen wieder auseinander.
Es hat geklappt.
Die Gipsform zur Herstellung der Silikon-Gießmatte für die Pechhaut ist fertig.
Die Facetten sind nicht symmetrisch. Beim Kleben der Streifen habe ich nicht gemessen, sodass alles schön unregelmäßig wurde ( soll ja besser sein).
Die Silikonmatte lasse ich von einer Werkstatt in der Nähe gießen.
Hier ein Bild der fertigen Silikonmatte. Sie wurde inzwischen mehrfach von Rainer und mir benutzt.
- Wird das Tool mit der neuen Haut zu früh aus den Matte genommen, dann ist das Pech noch weich und die einzelnen Facetten verformen sich wie chinesische Pagodendächer.
- Wenn man allerdings zu lange wartet und das Pach nach dem Gießen schon sehr kalt ist (Keller 10°C), dann bleiben sehr kleine Reste in den Ecken hängen, wie rechts im Bild zu sehen ist. Das hat aber auf die Qualität der Pechhaut keinen Einfluss. - Nur wird die Matte zum bösen Pechkrümel-Lieferanten.
Ich spreche hier aus Erfahrung. Komischerweise passieren diese Ausrutscher immer nur bei meinen eigenen Versuchen. Wenn ich eine Haut für Rainer machte, klappte alles wie im Bilderbuch.
Hier ein vollkommen gelungener Guss für mein Tool. Der Spiegel liegt bereits oben drauf.
02.03.2003
Die ersten Foucaulttests nach 1-2 Stunden polieren zeigen, daß die Mitte noch nicht richtig anpoliert ist.
Inzwischen ist auch der benötigte Foucaulttester fertiggestellt.
Der Aufbau ist sicherlich einfacher machbar, aber bei der Planung hat sich ein kleiner X-Y-Tisch als Konstruktionsprinzip herauskristallisiert. Er besteht im Wesentlichen aus Aluminium.
Die Messerschneide und der Lichtspalt sind noch provisorisch festgeklebt.
Bei der Durchführung half mir mein Freund Hubert mit Präzisionsbohrungen und Werkzeug. Herzlichen Dank an ihn.
Im Vierkantrohr sorgt eine helle weiße LED für das Licht.
Die X- bzw. Y-Achsen werden mit 6mm-Gewindestangen durch Drehung an den schwarzen Knebeln geschoben. Jeweils 1mm pro Umdrehung. Nach Anbringen einer Skala sind dann exaktere Messungen möglich. Die Rückwärtsbewegung erfolgt durch Federdruck.
10.03.2003: Oberflächendetails
Bilder von der Spiegeloberfläche mit der Webcam aufgenommen.
27.03.2003: Foucaulttest
Soweit die "Fast-Sphäre". Die senkrechten Linien kommen von Beugungseffekten am Lichtspalt.
Deutlich ist der hochgezogene Rand zu sehen. (Rechts ist's nicht ganz ausgeleuchtet und unten ist eine Flügelschraube der Halterung zu sehen.)
02.04.2003: Oberflächendetails
Der Verlauf des Auspolierens ist nicht sehr deutlich sichtbar,
da die Einstellung der Kamera und der Beleuchtung nicht so ganz reproduzierbare Ergebnisse liefert. Auch mogelt sich schnell so manches Staubpartikelchen unter die Pits.
05.04.2003: Neue Pechhaut fällig:
Die alte erste Pechhaut ist zwar noch nicht ganz dicht in den Rillen,
aber die Oberfläche nimmt irgendwie kein Poliermittel mehr an. Ich werde eine neue machen. Die beste Version ist, das Tool im Gefrierschrank tiefzukühlen. Dann wird in einer geschlossenen Plastiktüte mit einem Holzstück von außen gegen die einzelnen Facetten der Pechaut geschlagen. Alles platzt dann einfach ab. Das Ganze dauert kaum eine Minute.
Die Brösel befinden sich ja schön verpackt in der Tüte und machen so auch keinen Dreck.
06.04.2003: Oberflächendetails
Der Verlauf des Auspolierens ist nun deutlich zu sehen,
auch wenn die Hintegrundfarbe etwas variiert.
Die Pits werden immer seltener.
25.04.2003: Oberflächendetails
Nur noch vereinzelte Pits. Ein kleines Kratzerchen scheint sich auch eingeschlichen zu haben. Dem werde ich aber noch beikommen.
27.04.2003: Foucaulttest
Mit ToUcam-Pro und einem 80mm Diaprojektorobjektiv aufgenommen.
Lichtquelle links - Messer von rechts.
Links normale Belichtung, 10 Aufnahmen mit Giotto gemittelt.
In der Mitte ein kontrastverstärktes Bild.
Die kleinen Flecken schreibe ich der verschmutzen Optik zu. Die verwaschenen ringförmigen Flecke kann ich mir nicht erklären, sind aber eindeutig auf dem Spiegel.
Die äußeren 25mm haben einen 1,5 mm kürzeren Krümmungsmittelpunkt.
Rechts der Linealtest. Die Kante leuchtet etwas heller als das Lineal.
04.10.2003: Weitere Politur
Nach langer warmer Sommerpause geht's weiter mit dem Polieren.
Nach 2 Stunden TOT wegen der dort noch vorhandenen Pits zeigt sich der Rand sanft abgeflacht.
Je nach Position der Messerschneide ergibt sich der Eindruck eines Wulstes am Rand oder eines kleinen Hügels in der Mitte.
Weiter soll mit MOT poliert werden.
10.10.2003: Weitere Politur
Nach 1 Stunde MOT sieh er deutlich sphärischer aus.
Inzwischen (Sommer 2004) ist die Politur abgeschlossen.

Die Montierung:
Momentan läuft der Bau der Montierung...
Ich wählte eine Konstruktion mit 6 Stangen.
Das Holz ist 15mm Buche-Multiplex.
Sie sind unten in den Ecken mit Holzleim befestigt.
Die Idee, keine losen Klemmklötze zu nehmen, sondern nur mit der Laubsäge einen Schlitz zu machen, scheint zu funktionieren.
und oben in der Mitte. Da alles recht kompakt werden soll, wird um jeden Millimeter gekämpft. Die bogenförmige obere Befestigung liegt knapp am optischen Strahlengang. Die Klemmschraube hatte da natürlich nur außen Platz.
Innen ist eine Messingplatte mit Gewinde ins Holz eingelassen.
04.08.2004: Die Mechanik macht Fortschritte....
Es fehlen noch die Bleche zur Befestigung. Die Halterung für den Fangspiegel ist 22mm Kupferrohr.
(Was halt so im Keller herumliegt) Der Sekundärspiegel wird 28mm kl. Achse haben.
09.08.2004: Rohbau fertig
Heute war alles soweit fertig, dass ich den ersten Sterntest durchführen konnte.
Diverse Sachen fehlen noch: Teflon + Ebonystar-Formica; Hutverkleidung; Kantenschliff an diversen Holzteilen.
Unterteil
Die Innenseiten der Spiegelbox lass ich erst mal hell. Nur die Fläche um die
Spiegelöffnung werde ich schwärzen.
Stangen oben
Die Stangen sind 16mm dick. 12mm war mir auf der Länge (1,64m) zu dünn.
Bei acht Stangen befürchtete ich "Übergewicht" im oberen Teil, sowohl rein
hebeltechnisch, als auch ästhetisch.
Die Stabilität ist ausreichend, wenigstens habe ich kein störendes Nachschwingen festgestellt.
Ein weiterer Vorteil von nur sechs Stangen ist, dass ich sie einfach nacheinander allein oben in die Aufnahmen am Hut stecken kann. Bei acht Stück müssten die vier Letzten quasi gleichzeitig hereingefummelt werden, wobei Fremdhilfe erforderlich ist. Ein Nachteil ist, dass oben und unten eine Dreiecksformation entsteht, die mit einer "Socke" überzogen den Strahlengang einengt. Was ich da mache, weiß ich noch nicht.
Oberteil
Der Hut bleibt nicht offen.
Das Biegesperrholz steckt schon im Keller im Blumentopf,
um sich an seine neue Form zu gewöhnen.
Fangspiegel
Der Fangspiegel ist ein (angeblich) 28er ! Danach habe ich auch die Mechanik
gebaut.
Zu spät merkte ich, dass er real nur 27,4mm hat. Na-ja.
Die diagonale Aufnahme ist ein Stückchen 22mm Kupfer-Installationsrohr, in
das ich eine 6mm Messingplatte gepresst habe.
Die Platte hat Gewindebohrungen für die Justierschrauben.
Spiegel
Den Spiegel habe ich selbst gefertigt. Der Rohling ist von Stathis.
8 Zoll f/10 habe ich gemacht, weil ich bereits ein 8 f/6 besitze und
etwas anderes machen wollte, bevor ich mich an 14 Zoll aufwärts wage.
Fertig
Hier die Ansicht nach dem Fertigstellen von Hut und Lackierung.
Spiegelbox
Der Spiegel ist ebenfalls belegt und einsatzbereit. Der Schwarzanstrich innerhalb der Spiegelbox fehlt nur noch.
Spiegelhalterung
Die Spiegelhalterung wurde von Hubert gebaut. Arbeiten mit Aluminium sind seine große Leidenschaft.
Der "Hut"
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Kollimation ohne Mittenmarkierung:
Ich peile über eine Spinnenstrebe die im Hauptspiegel gespiegelte Strebe der gegenübeliegenden Seite an. Sie müssen zur Deckung gebracht werden und dabei durch das Zentrum des Hauptspiegels laufen.
Das Ganze muss für beide Richtungen funktionieren. Abweichungen justiere ich am Hauptspiegel. Wenn's passt, dass "zielt" der Hauptspiegel mit seiner optischen Achse genau auf die Spinnenmitte und somit auf den Sekundärspiegel.
Das klappt nur bei Sekundärspiegeln ohne Offset.
Ob ich jemals so lange
durch das Teleskop schaue,
wie ich Arbeitszeit
hineinstecke ? ;-)
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