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Peilsucher-Selbstbau

Peilsucher

(Astronomie; Anleitung zum Selbstbau eines Peilsuchers für Astronomische Zwecke)

Vor einiger Zeit beschäftigte mich die Funktionsweise eines Telrad-Suchers.
Zunächst fasziniert von dem Effekt, die Zielkreise quasi "am Himmel" zu sehen, wandelte sich mein Eindruck doch bald in Verblüffung, wie einfach ein solches Gerät aufgebaut ist.
"Das kann man auch selber bauen" war fortan meine Meinung.

Rein technisch ist es auch kein Problem. Eine Herausforderung ist nur die Materialbeschaffung.
Nimmt man noch die "Bastelzeit" dazu, kommt man allerdings ins Grübeln, ob sich der Selbstbau überhaupt lohnt.
Wenn das Ziel nur der Besitz eines solchen Gerätes ist, sollte man die ca. 50 € investieren und das Original erwerben.
Möchte man aber durch den Bau etwas über Aufbau, Optik und Funktion lernen, dann geht's so:

Material:

  • Sperrholz, Holz
  • Glasscheibe
  • Linse (d = ca. 25 mm f = 120 - 160 mm)
  • Oberflächenspiegel (z.B. aus alter Spiegelreflexkamera)
  • 3 Rändelschrauben mit Federn, 3 Einschlagmuttern
  • Batteriehalter, Batterien 2x1.5 V
  • Potentiometer mit Endschalter
  • Widerstände, Draht, Leuchtdiode (LED)
  • Hilfsmittel / Werkzeuge wie:
    • Nägel,
    • Lötkolben
    • Glasschneider
    • Bohrmaschine
    • Holzleim, Heißkleber
    • Säge, Feile Schmirgelpapier

Die Linse:
Ich habe etliche Optiker nach einfachen Linsen gefragt.
Die wollten mir nur paarweise welche verkaufen und fragten,
ob es harte oder weiche sein sollten (??) - - Kontaktlinsen!! :-(
Ich habe dann die Objektivlinse meines sogenannten Suchers (5 x 24 vom Meade-Dobson) genommen - zu mehr taugte der sowieso nicht.
Es gibt auch relativ gute Kunststoff-Linsen beim Astro-Media-Verlag.

Der Spiegel:
Ein Oberflächenspiegel sollte es sein, da ich bei einem normalen Spiegel Doppelreflexionen befürchtete.
Eventuell geht aber ein normaler Spiegel auch. Der Spiegel, den ich verwende stammt aus einer alten Spiegelreflexkamera, die ich vom Gebrauchthändler erbettelte.

Das restliche Material gibt's beim Baumarkt oder im Elektronik-Bastelgeschäft.

Skizze zum Prinzip Das Prinzip dieses Suchers ist, die "Ringe", die ja als kleines Bild im Abstand von ca. 120-160 mm (je nach Brennweite der Linse) vom Auge entfernt sind, durch das Dazwischenhalten der Linse für das Auge scharf abzubilden, und zwar für den Fall, daß man das Auge auf "unendlich" fokussiert hat. Das ist ja der Fall, wenn man in die Sterne schaut.
Es geht aber nur eins: Entweder in die Sterne, oder durch eine Linse auf ein Bild zu schauen.
Abhilfe schafft hier die schräge Glasscheibe, durch die man in die Sterne sieht. Sie spiegelt das Licht der "Zielkreise" zusätzlich in Richtung des Auges.
Die Ringe werden also nicht "auf die Scheibe" projiziert, sondern mit Hilfe der Glasscheibe in die optische Achse Auge-Stern "eingeschleust".
Eine Zeichnung mit Bemaßung kann ich nicht liefern, da ich einfach drauflosgebaut habe. Die Wegstrecke des Lichts vom Dia zur Linse muss aber der Brennweite der Linse entsprechen.

In das Kästchen (6,5 cm x 5,5 cm x 22 cm) habe ich oben ein Loch für die Linse gebohrt und sie dort eingeklebt. Darüber ist im Winkel von 45 die Glasscheibe angebracht. Sie sitzt einfach zwischen den hochgezogenen seitlichen Wänden des Kästchens und ist mit winzigen Nägeln fixiert und mit 2 Tropfen Holzleim an den Ecken gegen Verrutschen gesichert.
Darunter ist der 45 schräge Holzklotz an der Stirnfläche mit den 3 Schrauben / Muttern befestigt. Auf ihm befindet sich der Oberflächenspiegel. Zwischen den Holzklotz und die Innenseite des Kästchens müssen noch kleine Druckfedern passen.

Von der Linse aus nach unten auf den Spiegel, dann weiter in waagerechter Richtung gemessen muss jetzt im Abstand von der Brennweite der Linse die Ringschablone montiert werden.
Ich habe dafür ein Dia benutzt.
Zur Herstellung zeichnete ich am Personal-Computer mit einem Grafik-Programm drei rote Kreise vor schwarzem Hintergrund, aber etwas anders als die "originalen". Außen 3-Punkt-Linie, Mitte 2-Punkt-Linie, innen 1-Punkt-Linie jedoch unterbrochen. Mir ist der innere Ring des Originals zu fett!
Das Ganze fotografierte ich im Vollbildmodus einige Male mit unterschiedlichen Belichtungszeiten auf Diafilm. Das fertige Dia habe ich halbwegs justierbar in der Fokalebene der Linse befestigt.

Dahinter kam noch die rote Leuchtdiode. Sie ist eingegossen in einen runden Zylinder aus weiss-transparentem Heisskleber, um eine "Riesen-LED" zu erhalten. Der Zylinder muss die Ringe von hinten diffus beleuchten. Die LED allein ist dazu zu klein. Die LED ist über einen Vorwiderstand (ca. 100 Ohm) und das Poti (10 kOhm) mit dem Batteriefach verbunden. Der Vorwiderstand ist so auszulegen, daß bei geringstem Widerstand des Potis (0 Ohm) die LED mit 2 x 1,5 Volt der Batterien betrieben werden kann, ohne überlastet zu werden. (Ich halte hier aber keinen Elektronik-Grundkursus ab.) Das Poti habe ich so angeschlossen, daß die LED beim Einschalten hell ist, und mit Weiterdrehen dunkler wird. Dann ist im dunklen Bereich der Regelbereich größer, was besser ist als bei dem mir bekannten Original.

Einblick mit Ringen Am Nachthimmel verwendet habe ich es natürlich ebenfalls. Es funktioniert gut!
Nur eine optimale Halterung am Tubus habe ich noch nicht.
Bisher nutzte ich einen Gurt als provisorische Befestigung.


Abschließend muss ich noch folgendes zugeben:
Obwohl mir der Aufbau sehr viel Spaß machte und die Funktion vollständig gegeben ist, bin ich doch eher ein Anhänger des klassischen Suchers.
Denn das beim Dobson erforderliche "Starhopping" erfordert oft die Sichtbarkeit von Sternen, die schwächer als 5 oder 6 mag sind.

Counter2 Peilsucher

Stand: 23.03.2017